HerzZentrum
Hirslanden Zürich
  
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Das Bauchaortenaneurysma 

To stent or not to stent?
 

Die endovaskuläre Y-Stentgraft-Implantation kann als minimal invasives Verfahren bei etwa 70% aller behandlungsbedürftigen abdominalen Aortenaneurysma zur Anwendung gelangen. Dabei werden in Spinal- oder Lokalanästhesie nach Freilegung oder Punktion der Femoralarterien die in einer Hülle zusammengepressten Prothesenteile (Nitinol-Stent mit eingenähter Dacron- oder PTFE-Umhüllung) retrograd in die Aorta und über das Aneurysma vorgeschoben, korrekt positioniert und anschliessend durch Rückzug der Hülle freigesetzt. Die unmittelbare operative Erfolgsrate (= technisch erfolgreiche Stentgraft-Implantation mit vollständigem Ausschluss des Aneurysmas aus der Zirkulation) beträgt bei guter Indikationsstellung 95-99%. Um eine Stentgraft-Implantation durchführen zu können, sind einige Voraussetzungen zu beachten:

  • genügend langer, nicht sich konisch erweiternder infrarenaler Aorten-"Hals" (15-20 mm)
  • Angulation zwischen infrarenalem Hals und Aneurysma-Achse < 60°
  • keine ausgeprägte Schlängelung und gleichzeitige schwere Verkalkung der Iliacalgefässe; vernünftiges Kaliber der Aa. iliacae ext.
  • Einverständnis des Patienten nach ausführlicher Information (inkl. notwendige CT-Nachkontrollen)
  • Team-Arbeit (Gefäss-Chirurg / Gefäss-Interventionalist / Anästhesie / OPS / Katheterlabor)
  • sorgfältige präop. Abklärung (Spiral-CT und Angiographie mit Kalibrationskatheter)

Die Mortalität und Morbidität des Eingriffs ist im Vergleich zur konventionellen Operation (Graftersatz der Aorta durch Laparatomie) deutlich kleiner und die Hospitalisationsdauer erheblich kürzer. Demgegenüber steht die Tatsache, dass noch keine verlässlichen Langzeitdaten erhältlich sind. Der bisherige follow up von grösseren Studien erstreckt sich über etwa 6-10 Jahre. Im mittelfristigen Verlauf ist mit einer Re-Interventionsrate von 10-20% zu rechnen (zumeist wegen erneuter Perfusion in den Aneurysmasack). Jedoch sind diese Daten aus sogenannten Implantations-Registries wegen der grossen Zahl der teilnehmenden Zentren, der diversen verwendeten Prothesen-Modelle und der stetigen Verbesserungen der Methodik noch sehr unterschiedlich und deswegen differenziert zu betrachten.

Wir behandeln am HerzZentrum seit 1998 AAA-Patienten bei entsprechenden Voraussetzungen (geeignete Aneurysma-Morphologie, allenfalls erhöhtes Risiko für konventionelle Operation, umfassendes Einverständnis inkl. Nachkontrollen) mit der endovaskulären Methode und haben bisher über 150 Stentgrafts implantiert (erfolgreich bei 153 von 154; Mortalität bis Spitalaustritt 0%; durchschnittliche Dauer des Spitalaufenthalt nach dem Eingriff 2.6 Tage; im bisherigen follow up keine Ruptur; 9 Re-Interventionen). Alle Patienten werden regelmässig nachkontrolliert (Angio-CT alle 2 Jahre, allenfalls Ultraschall).

Ganz entscheidend ist, dass die Indikation zur endovaskulären Versorgung sorgfältig gestellt wird, da mit einer minutiösen Vorabklärung und Planung (v.a. Patienten-Selektion, Prothesenwahl und Graftdimensionen) dieLangzeitergebnisse optimiert werden können.

 
     
 
Abdominales Aortenaneurysma
 
 
vor Y-Stentgraft-Implantation
Abdominales Aortenaneurysma vor Y-Stentgraft-Implantation
 
 
nach Y-Stentgraft-Implantation
Abdominales Aortenaneurysma nach Y-Stentgraft-Implantation
 
   HerzZentrum Hirslanden Zürich
Stand 31.8.2009