Kardiochirurgie: Die Herz-Lungenmaschine
Patienteninformation

Was ist eine Herz-Lungenmaschine?

Die Herz-Lungemaschine (HLM) erlaubt einen zeitlich befristeten Ersatz der natürlichen Hauptfunktionen von Herz und Lunge während einer Operation am Herzen. Das Herz als „Pumpe“ hält die Blutzirkulation aufrecht, die Lunge versorgt das Blut und damit sämtliches Körpergewebe mit Sauerstoff. Beim Einsatz der HLM wird eine künstliche Zirkulation ausserhalb des Körpers aufgebaut, die sogenannte extrakorporale Zirkulation (EKZ). Als Synonym wird auch der Begriff des cardiopulmonalen Bypasses verwendet (Abbildung 1).
Bei der EKZ fließt das systemische Venenblut (sauerstoffarm) über Kanülen und Schläuche aus dem rechten Vorhof bzw. aus den beiden Hohlvenen in ein Reservoir der HLM. Von dort wird es, nach Anreicherung mit Sauerstoff und Entfernung von Kohlendioxid durch eine künstliche Lunge (Oxygenator), in den arteriellen Kreislauf des Patienten über die Hauptschlagader (Aorta) oder eine der großen Beinarterien zurückgepumpt (Abbildung 2). Vor Anschluss an die EKZ muss, zur Verhinderung einer Gerinnselbildung in den Schläuchen die Blutgerinnung medikamentös (Heparin) aufgehoben werden. Am Ende der Operation wird die Blutverdünnung mit dem Gegenmittel (Protamin) wieder aufgehoben. Verschiedene Kontroll- und Alarmsysteme gewährleisten eine regelrechte Funktion der EKZ. Während der Operation wird die HLM durch speziell ausgebildetes Personal (Kardiotechnik) bedient und fortwährend an die individuellen Bedürfnisse des Patienten und der Operationsbedingungen angepasst.
Die extrakorporale Zirkulation kann über mehrere Stunden gefahrlos aufrechterhalten werden. Allerdings kann die HLM nur innerhalb gewisser Grenzen die Funktion von Herz und Lunge übernehmen. Im Falle eines längerfristigen Organversagens kommen andere hoch entwickelte Unterstützungssysteme zum Einsatz.

Welche Risiken hat der Einsatz der Herz-Lungenmaschine?

Trotz modernster Technik mit hohem Sicherheitsstandard und Verwendung gewebefreundlichen Materialien stellt der Einsatz der HLM für den Körper eine Belastung dar was sich nach der Operation durch Einlagerung von Wasser im Körpergewebe (Ödeme) oder durch eine gewisse Blutungsneigung manifestieren kann. In seltenen Fällen kann eine vorübergehende Minderfunktion verschiedener Organe auftreten, insbesondere bei Patienten mit bereits vorbestehenden Erkrankungen dieser Organe. Der Körper ist jedoch in der Lage diese Störungen weitgehend autoregulativ wieder auszugleichen.
Vorübergehend kann es nach Einsatz der HLM auch zu sog. kognitive Störungen (Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisleistung, Angstverarbeitung etc) kommen, die gelegentlich die Lebensqualität in der ersten Zeit nach der Operation beeinträchtigen können.

Intraaortale Ballonpumpe

Die Intraaortale Ballonpumpe (IABP), auch intraaortale Gegenpulsation genannt, stellt die einfachste Form der „mechanischen Kreislaufunterstützung“ dar. Hierbei wird ein über die Leistenarterie in den Brustabschnitt der Aorta eingebrachter Ballon während der Diastole mit ca 30-40cm3 Helium aufgeblasen. Durch den erhöhten Druck oberhalb des Ballons wird die Durchblutung der Herzkranzgefäße entscheidend ver-bessert. Der wesentliche Effekt dabei ist die myokardiale Sauerstoff-versorgung zu erhöhen und den myokardialen Sauerstoffverbrauch zu senken: Während der folgenden Kontraktionsphase (Systole) wird der Ballon dann schlagartig leergesaugt, das Herz wird entlastet und kann so besser arbeiten. Ebenso wird der periphere Gefässwiderstand gesenkt und eine bessere Durchblutung der Organe erreicht. Die Vorteile dieses Systems liegen in der schnellen Verfügbarkeit, der einfachen Anwendung und der relativ niedrigen Kosten.
Die IABP kommt in der Herzchirurgie v.a beim kardiogenen Schock und beim Entwöhnen (Weaning) von der EKZ zum Einsatz.

Das Team der Kardiotechnik der Klinik Hirslanden

Leitung
Herr Johannes Amberger;

Team
Herr Jörg Schaarschmidt
Herr Alexander Gerhardt


© HerzZentrum Hirslanden Zürich

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